Blende = Qualitaetsmerkmal

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Erstellt 2013-01-07 22:24 | IP-Adresse ist registriert

Immer mehr von den Bridge oder auch kleinen kompakten Kameras werben mit f/2.0 oder gar besseren Blenden. Wenn ich meine Systemkameraobjektive (m4/3) angucke liegen die meisten eher bei f/3.5. Ich bin immer noch der Meinung, dass sie trotzdem bessere Bilder auch in schwierigen Lichtverhaeltnissen liefern. Liege ich da falsch? Hatte die Diskussion gerade im Bekanntenkreis aber bin jetzt auch kein so grosser Experte das ich das mit Bestimmtheit sagen koennte, ich habe bloss den Eindruck dass die Blende gerade der Aufloesung in Sachen Verkaufsargument den Rang ablaeuft und da vieles nicht so ganz mit rechten Dingen zugeht.

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Antwort 2013-01-08 07:40 | IP-Adresse ist registriert

Mit der Blende legst Du vor allem Belichtungszeit und Schärfentiefe fest. Die Bildqualität bestimmst Du damit nur indirekt; kleinere Blende reduziert die Abbildungsfehler der Linsen, zu kleine Blende lässt die Streuungskreise sichtbar werden.

Ich kann mir vorstellen das vor allem im ersten Punkt der Grund in der schlechteren Bildqualität der Kompaktkameras liegt: durch die kleinen Sensoren sind die Bildpunkte sehr dicht zusammen und erfordern eine entsprechend gute Optik, die das Motiv durch die Frontlinse genau auf den Sensor fokussieren. Jede Ungenauigkeit der Linsen macht sich sofort in einem auf mehrere Bildpunkte verschmierten Bild bemerkbar, und der Effekt wird mit offenere Blende (= ein größerer Teil der Optik wird benutzt) schlimmer. Vom Preis her kosten auch kleine wirklich gute Linsen Geld, und es wird durch noch höher Anforderungen an die Genauigkeit nicht besser, zumal sich Unschärfe im Gegensatz zu CAs und Verzeichnung nicht digital korrigieren lässt.

Dan liegt auch viel daran wie die Kameras die Bilder machen: bleibt die Belichtungszeit möglichst kurz (so minimal KB-Brennweite) und drehen sie die ISOs bis zum Anschlag auf, oder belichten sie eher etwas länger und lasen den Stabi arbeiten? Was macht die JPG-engine, Bild plätten bis zum Abwinken, oder lässt sie eher etwas Rauschen zu?

Ohne die EXIFs der einzelnen Bilder lässt sich da eigentlich nichts sagen.

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Antwort 2013-01-08 10:57 | IP-Adresse ist registriert

max UK:
Immer mehr von den Bridge oder auch kleinen kompakten Kameras werben mit f/2.0 oder gar besseren Blenden. Wenn ich meine Systemkameraobjektive (m4/3) angucke liegen die meisten eher bei f/3.5. Ich bin immer noch der Meinung, dass sie trotzdem bessere Bilder auch in schwierigen Lichtverhaeltnissen liefern. Liege ich da falsch?

Hallo,

falsch liegt man damit nicht. Die Blendenwerte sind zwischen verschiedenen Sensorgrößen nicht direkt vergleichbar weil es sich nicht um absolute Größen handelt. Bei f/2 an einer Kompaktkamera hat jedes Pixel deutlich weniger Licht als bei f/2 an einer 4/3" Kamera. Es rauscht also deutlich mehr bei der Kompakten. Auch die Blendenöffnung ist bei gleichem Blendenwert unterschiedlich so das auch die Schärfentiefe nicht identisch ist.
Als Hilfsgröße kann man den Cropfaktor zwischen zwei Sensorgrößen verwenden mit dem man die Blendenwerte von klein nach groß multipliziert oder umgekehrt teilt.
Beispiel: Zwischen einem 4/3" Sensor und einem 1/2,3" Sensor beträgt der Cropfaktor ca. 2,8.
Für ähnliche Ergebnisse eines 14-42mm f/3,5-5,6 Objektivs an MFT müsste die 1/2,3" Kompaktkamera ein 5-15mm f/1,25-2 Objektiv haben. Umgekehrt an einer Kleinbildkamera mit Crop 2 zu 4/3" ein fiktives 28-84mm f/7-11 Objektiv.
Für Kompaktkameras ist also ein lichtstarkes Objektiv im Gegensatz zu übertrieben vielen Megapixeln ein echtes Verkaufsargument.

Christian

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Antwort 2013-01-08 11:42 | IP-Adresse ist registriert

Hallo Christian, ist es nicht so, dass mit System-, Evil- und DSLR-Kameras ein höherer ISO-Bereich besser nutzbar ist, so dass auch bei einer schlechteren größten Blendenöffnung genügtend Licht eingefangen werden kann? LG - Bernd

Top 25 Mitwirkender
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Antwort 2013-01-08 12:10 | IP-Adresse ist registriert

bernd-ax:
...ist es nicht so, dass mit System-, Evil- und DSLR-Kameras ein höherer ISO-Bereich besser nutzbar ist, so dass auch bei einer schlechteren größten Blendenöffnung genügtend Licht eingefangen werden kann?

Hallo,

das hat was mit der Pixelgröße und dem Potentialtopf des Pixels zu tun. Das die Systemkamera meistens die großen Sensoren und damit die größeren Pixel tragen ist aber nicht immer so.
Beispielsweise die Pentax Q bei den Systemkameras und die Fuji 100 bei den Kompaktkameras.

Was ich oben beschrieben habe betrifft erst mal nur die Lichtmenge die durch die Optik kommt. Die ist im Grenzbereich dann gleich und bei wenig Licht werden die Ergebnisse dann tatsächlich identisch weil die Kamera mit dem großen Sensor bei gleicher Zeit mit höheren ISO arbeiten muss als die mit dem kleinen Sensor und der entsprechend hohen Lichtstärke.
In der Praxis ist wegen der geringen Baugröße die Lichtstärke der meisten Kompaktkameras aber identisch. Siehe obiges Beispiel zwischen FT und Kleinbild. Welches reale Kleinbildobjektiv hat f/7-11 als Anfangslichtstärke oder welches MFT Zoomobjektiv beginnt mit f/1,8-2,8? Die Kleinbildkamera ist also vom Objektiv her im Vorteil.

Das mit den ISO und der Rauschfreiheit bei gutem Licht ist ein anderer Punkt. Ein kleiner Sensor müsste weniger Pixel tragen als ein großer. Verschoben wird das ganze noch durch die Technologie. Dadurch ist so eine einfache Beziehung wie oben nicht gegeben. Wenn der kleine Sensor ISO 80 als Basis ISO hat und der Große wie etwa bei den MFT mit ISO 200 beginnt ist auch wieder gleichstand.

Christian

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