"Photographenmobbing" in Museen

Seite 2 von 3 (44 Treffer) < Zurück 1 2 3 > Weiter | RSS
Zurück    Weiter   

Dieser Beitrag hat 43 Antworten | 1 Abonnenten

Top 500 Mitwirkender
Beiträge 190
Antwort 2011-08-17 16:35 | IP-Adresse ist registriert

JonMu:

Vllt. legt ja eines Tages wer eine ähnliche Sammlung für Museen an, wie es diese für Zoos schon gibt: www.zooliste.de/ 



... eine gute Idee, nur ist mueumsliste.de bereits registriert, wenn auch nicht mit Inhalten versehen.
@hamma: bikfotmus.de ist aber noch frei! -:)) , i.ü. danke für ein klares Beispiel.
LG - Bernd

Nicht bewertet
Beiträge 12
Antwort 2011-08-17 23:37 | IP-Adresse ist registriert

Hoppla, ganz schön Bewegung in diesem Forum!

Vielleicht noch ein paar Anmerkungen von mir.

@Benjamin,
"Recht" ist hier mißverständlich. Ich meine damit keinen Paragraphen sondern die
Berechtigung, oder vielleicht besser die Freiheit selbst darüber entscheiden
zu wollen, was ich wo und wann in Bildform als Erinnerung aus einer öffentlichen
Einrichtung mitnehme.

@bernd-ax,
danke, dass Du Beispiele gibst, in denen diese Informationen vorliegen. Leider habe ich
diese Museen noch nicht besucht. Relativierend möchte ich noch anmerken, dass aktuell
nur wenige Museen und Ausstellungen ein totales Fotografierverbot aussprechen, aber es
werden nach meiner Erfahrung eben mehr.

MfG Arthur

Antwort 2011-08-18 09:02 | IP-Adresse ist registriert

Arzt:
Ich meine damit keinen Paragraphen sondern die
Berechtigung, oder vielleicht besser die Freiheit selbst darüber entscheiden
zu wollen, was ich wo und wann in Bildform als Erinnerung aus einer öffentlichen
Einrichtung mitnehme.

Damit willst Du das Recht am eigenen Bild kippen. Wenn ich nicht möchte, dass eines meiner Kunstwerke fotografiert wird, dann hat doch mein Wunsch auch respektiert zu werden oder nicht?

 

 

Harm-Diercks Gronewold
Redaktion digitalkamera.de

Antwort 2011-08-18 10:37 | IP-Adresse ist registriert

Harm Gronewold:

Arzt:
Ich meine damit keinen Paragraphen sondern die
Berechtigung, oder vielleicht besser die Freiheit selbst darüber entscheiden
zu wollen, was ich wo und wann in Bildform als Erinnerung aus einer öffentlichen
Einrichtung mitnehme.

Damit willst Du das Recht am eigenen Bild kippen. Wenn ich nicht möchte, dass eines meiner Kunstwerke fotografiert wird, dann hat doch mein Wunsch auch respektiert zu werden oder nicht?

die persönliche freiheit wird immer begrenzt durch die freiheit der anderen - warum diese ignoranz? vielleicht, @arzt und @da vinci, solltet ihr euch mal mit urheberrechten befassen, bevor ihr vage (un-)rechtsstandpunkte breit tretet und unsinn verbreitet. ein rechststaat hat die möglichkeiten und grenzen gesetzlich geregelt: es geht hier um hausrechte und urheberrechte.

 

Antwort 2011-08-18 10:45 | IP-Adresse ist registriert

Hallo Bernd,

zum Gasometer Oberhausen noch ein dezenter Hinweis:
als wir vor einigen Wochen die aktuelle Ausstellung "Magische Orte" besucht haben, durften wir die folgende charmante Erfahrung machen: an der Kasse haben wir bzgl. des Photographierens gefragt (Erlaubt? Antwort: ja; Blitz? Antwort: nein; Einbeinstativ? Antwort: ja; Photoleuchte (120 LED-Lampen; FT: 5500 K; Helligkeit: 300 lm)? Antwort: ja). Wer das Gasometer kennt, weiß das es dort auch bei den tollsten Ausstellungen in der Regel so dunkel ist wie in der hintersten Ecke des Kohlenkellers, ohne Hilfsmittel packe ich die Kamera am besten direkt wieder weg.

Mit diesen Informationen bewaffnet sind wir dann von der Kasse ins Gasometer gegangen. Nach den ersten Aufnahmen mit Stativ und Photoleuchte wurde ich in ziemlich rüder und unfreundlicher Manier von einem Mitarbeiter darauf hingewiesen, daß ich gefällst meine Photoleuchte auszuschalten hätte, denn "ein Blitz wäre hier verboten" und außerdem würde ich mit meinem Stativ die Besucher behindern. Auf meine Anmerkungen, daß ich mich a) an der Kasse erkundigt hätte und die Benutzung der Photoleuchte erlaubt sein und daß zur Zeit wohl nur ca. 20 Besucher in der Ausstellung wären und ich daher wohl kaum jemanden behindern würde (der nächste Besucher war mindestens 5 m weg), ging der Museumsknecht nicht ein. Auf meine abschließende Frage, ob er denn einer ca. 10 m entfernten Gruppe, die eifrig mit ihren Handys herumblitzten, jetzt ebenfalls das Photographieren verbieten würde, erhielt ich die zauberhafte Antwort, daß wären ja nur Handys und das wäre ja wohl etwas völlig anderes.

Danach sind wir zurück zur Kasse und wollten uns beschweren. Leider war jener Angestellte, der uns die Angaben zum Photographieren gemacht hatte, nicht mehr anwesend. Sein Kollege teilte uns im Brustton der Überzeugung mit, im Gasometer hätte man noch nie photographieren dürfen, man könne ja schließlich den Ausstellungskatalog kaufen (übrigens ist auch diese Aussage total falsch, wir waren bisher in jeder der früheren Ausstellungen, und damals war das Photographieren nie ein Problem).

Übrigens ist der Hinweis zu den Kontaktformularen sehr gut, und in den meisten Fällen erhält man sogar eine Antwort (oder gleich mehrere...   ...von der einen Stelle gibts eine Zustimmung, von der anderen eine Ablehnung). Wir checken mittlerweile immer im Vorfeld ab, was wir dürfen.

Ach ja, noch die folgende Erfahrung aus unserem Bekanntenkreis: weist man bei einer Anfrage dezent darauf hin, daß man ggf. an eine kommerzielle Verwertung denkt und das Museum natürlich dann daran beteiligen möchte, war in einer Reihe von Fällen die Verwendung zusätzlichen Zubehörs (incl. einer kompletten Blitzanlage mit Trafo und Netzanschluß) plötzlich gar kein so großes Problem mehr...   ...ein Schelm ist, wer Böses denkt. 

Antwort 2011-08-18 10:51 | IP-Adresse ist registriert

Leonardo Da Vinci:
Auf meine abschließende Frage, ob er denn einer ca. 10 m entfernten Gruppe, die eifrig mit ihren Handys herumblitzten, jetzt ebenfalls das Photographieren verbieten würde, erhielt ich die zauberhafte Antwort, daß wären ja nur Handys und das wäre ja wohl etwas völlig anderes.

Dann nimm Dein Handy und mach damit die Fotos, wenn Du der Meinung bist, dass sei nicht etwas anderes als mit richtiger Kamera und richtigem Fotolicht.

Benjamin Kirchheim
digitalkamera.de-Redakteur

Top 50 Mitwirkender
Männlich
Beiträge 1.635
Antwort 2011-08-18 11:35 | IP-Adresse ist registriert

Leonardo Da Vinci:
Ach ja, noch die folgende Erfahrung aus unserem Bekanntenkreis: weist man bei einer Anfrage dezent darauf hin, daß man ggf. an eine kommerzielle Verwertung denkt und das Museum natürlich dann daran beteiligen möchte, war in einer Reihe von Fällen die Verwendung zusätzlichen Zubehörs (incl. einer kompletten Blitzanlage mit Trafo und Netzanschluß) plötzlich gar kein so großes Problem mehr...   ...ein Schelm ist, wer Böses denkt. 

...wer Böses dabei denkt... Hmmm. Wer heutzutage nicht aufmerksam und zuvorkommend wird, wenn sich eine Gelegenheit bietet, Geld zu verdienen, ist entweder satt und zufrieden, ein Idealist oder nicht ganz dicht. Die Regeln aber schon bei einer vagen Andeutung zu lockern, ist dann doch etwas naiv. Wink

Gruß hamma

___________________________________

 

unterwegs mit: Fotoapparat

Nicht bewertet
Beiträge 15
Antwort 2011-08-18 12:02 | IP-Adresse ist registriert

Vielleicht mal das ganze aus Sicht eines anderen Besuchers betrachten.

Ich komme im Zoo oder Museum an eine Stelle die ich gerne sehen möchte. 5 meter weiter steht ein Fotograf den ich natürlich zum einen nicht behindern möchte und von dem ich genau weiß das er mich behindern wird wenn ich mich dort hinstelle wo er gerade Fotos macht.
Aus Höflichkeit warte ich dann entweder soalnge bis dieser da fertig ist oder sehe mir in der Zeit etwas anderes an und komme zu einem späteren Zeitpunkt zurück.

Einige dieser Fotografen hüpfen dann auch noch die ganze Zeit hin und her um das Motiv von verschiedenen Perspektiven zu fotografieren oder kleben in nächster nähe vor dem Objekt damit sie keine Besucher mit auf dem Foto haben und schon fangen sie ernsthaft an zu nerven.
Klar ist nicht jeder Fotograf so etxtrem aber aus Erfahrung halte ich mich dann lieber zurück.

Ich wäre somit einer der wenigen besucher die ja 5Meter weiter weg stehen und die nicht durch den Fotografen behindert werden. (weil sie eben wegen diesem nicht 5Meter näher kommen)

Handyfotografen hingegen stören etwas weniger da sie das Handy eben in einer Hand halten und in dieser könnte genauso gut eine Trinkflasche, eine Informationsbroschüre von der Ausschtellug, oder etwas anderes sein. Dazu kommt das die Möglichkeiten begrenzt sind. Deshalb machen die meisten eben nur 1-2 Schnappschüße und sind schnell wieder weg. ein Fotograf mit einer guten Kamera bleibt da schon viel länger vor einem Motiv und macht viele Fotos.

Top 500 Mitwirkender
Beiträge 58
Antwort 2011-08-20 23:20 | IP-Adresse ist registriert

Ja, ja, das Thema scheint wirklich langsam zum Problem zu werden - hab ich auch schon bemerken müssen.

Oft ist es ja so, daß für die Fotoerlaubnis (ohne Blitz!) eine (geringe) Gebühr verlangt wird. Find ich soweit ok. Wenn ich dann aber haufenweise Besucher sehe, die mit Apparillos jeder Größe vom Handy bis zur ausgewachsenen SLR wie wild rumblitzen, dann wundert mich das schon. Zumal ich auch schon einige Leute davon vor mir an der Kasse getroffen habe und die haben definitiv nicht mal ne Fotoerlaubnis erworben!

Andererseit ärgert mich ein totales Fotoverbot noch mehr! Bei bestimmten Konzert- & Sportveranstaltungen kann ich das schon verstehen. Nicht aber in (wie schon in einem vorherigen Beitrag erwähnt) meist öffentlich geförderten Museen. Und es geht noch schlimmer:

Letzten Sommer war ich u.a. einen Tag in einem nicht ganz unbekannten Badeort an der Ostsee. Da gab es schlechtes Wetter aber als Ausgleich mehrere Ausstellungen. Einige davon hab ich besucht. Abgesehen davon, daß es sich nicht in jeder Ausstellung gelohnt hat, auch Fotos zu machen, wurde ich nach einem Foto (ohne Stativ, ohne Blitz, Kompaktkamera) recht rüde darüber belehrt, daß das da nicht erlaubt wäre. Ein Hinweis auf der Eintrittskarte oder am Eingang dazu fehlte. Aber eine Frau knipste in Sichtweite(!) vorher & nachher ziemlich wild mit ihrem Handy - und nix passierte! Kann ich bis heute nicht verstehen.

Den Vogel schoß aber der Wirt einer öffentlichen(!!!) Gaststätte ab, wo ich essen war. Vielleicht als Entschädigung für das unterdurchschnittlich gute, aber überdurchschnittlich teure Essen hingen im Lokal und im Vorraum einige Bilder, die durchaus gewisse Qualität hatten. Ich machte von den Bildern an einer der Wände grad ein Foto, als auch schon der Besitzer der Lokalität hinzuschoß und sehr penetrant fragte, ob ich denn auch seine Urheberrechte beachtet hätte... voller Stolz berichtete er gleich noch, daß er schon erfolgreich Leute verklagt hätte... Tausende von Euros...   Daß ich nur Hobbyfotograf wäre und ein paar Bilder mache, um Verwandten & Freunden zu zeigen, wo ich im Urlaub war, schien ihn wenig zu beeindrucken. Zum Glück war ich eh am Gehen. Also da werd ich mit Sicherheit nicht mehr einkehren. Und überhaupt: zum Baden nochmal dahin fahren - jederzeit (der Strand ist wirklich schön); zum Besuch einer Ausstellung dort - eher nicht.

Confused

Nicht bewertet
Männlich
Beiträge 18
Antwort 2011-08-21 01:29 | IP-Adresse ist registriert

Was mich in diesem Zusammenhang immer nur wundert, dass die Besitzer/Betreiber der Museen (und das gilt auch für Schösser, Höhlen usw.) noch nicht geschnallt haben, dass die Besucher mit Ihren (privaten) Fotos sehr effektive Werbeträger sind.

Immerhin werden die Fotos ja im Freundeskeis herumgezeigt und damit diese Sehenswürdigkeit auch bekannt gemacht.

Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich daeinst Fotos vom Technikmuseum in Sinsheim gezeigt bekam. Zwei Wochen Später war ich auch da. Mit 4 Personen im Schlepptau. Ohen Fotos wäre das nicht passiert.

In diesem Sinne, schöne Gruße

Kuhea

 

 

 

Antwort 2011-08-21 11:09 | IP-Adresse ist registriert

so langsam wird die diskussion unsinnig. da liest man, dass die fotografen im grunde diejenigen sind, die werbung für museen und ausstellungen machen. nun ja.

den vogel schießt der kollege ab, der eine "öffentliche gaststätte" (was ist das?) besucht und sich dann aufregt, dass der wirt (im öffentlichen dienst beschäftigt?) auf sein hausrecht pocht und das geknipse untersagt. nicht zu fassen...

Top 50 Mitwirkender
Männlich
Beiträge 1.635
Antwort 2011-08-21 11:41 | IP-Adresse ist registriert

kuhea:
...immer nur wundert, dass die Besitzer/Betreiber der Museen (und das gilt auch für Schösser, Höhlen usw.) noch nicht geschnallt haben, dass...

Ist schon mal in den Sinn gekommen, dass die "Betreiber" möglicherweise garnicht schnallen dürfen? Einige sind nur Verwalter, die Vorgaben der Besitzer umsetzen, andere verfolgen knallhart finanzielle Interessen. Mit Eintrittsgeldern allein (auch mit Privatwerbefotos) können diese vielen Kulturstätten nicht erhalten werden. Dafür gibts die staatliche Förderung und private Sponsoren.

Die Restauration von alten Gemälden und anderen bemalten Altertümern ist extrem teuer. Daher ist es verständlich, dass schädliche Lichteinwirkung möglichst vermieden werden muss. ...Hier komm ich mal ab vom Thema: Wozu braucht man Blitzlicht im Museum, außer zum Herstellen einer speziellen Lichtführung mit ner ganzen Studioausrüstung an Reflektoren, Diffusoren, Assistenten usw.?! Frontal geblitze Exponate aufm Foto...wozu brauch ich dann SLR-Kameras? Dafür gibts Handys. Zurück zum Thema...:

Macht Euch mal Folgendes klar: Ihr seid nicht die Einzigen, die solche Exponate fotografieren wollen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, dass gelegentliches Fotografieren mit Blitz so viel Schaden anrichten kann. Richtig, kanns auch nicht. Aber darf der Eine, will der Andere auch. Und so werdens dann tausende Blitzlichter pro Jahr.

Ihr seht die Sache nur aus einem, Eurem Blickwinkel. Bevor Ihr Jemandem vorwerft, er würde nichts "schnallen", betrachtet erst die Sache aus seinem Blickwinkel.

Gruß hamma

___________________________________

 

unterwegs mit: Fotoapparat

Antwort 2011-08-21 12:59 | IP-Adresse ist registriert

fxshot:
Den Vogel schoß aber der Wirt einer öffentlichen(!!!) Gaststätte ab, wo ich essen war

Wenn Du mich also zu Dir nach Hause einladen würdest und ich würde da amfangen die Wohnung zu fotografieren, dann wäre das für Dich auch in Ordnung?

Ich habe auf einem Kleinkunstfest mal eine gschweißte Eule fotografiert, weil diese niedlich war, mit 300 Euro aber zu teuer. Der Standinhaber machte mich daraufhin auch an und meine, dass ich die Eule ja nun in Serie in China produzieren lassen könnte. Darauf hin sagte ich ihm, dass sein Tonfall unter alles Sau ist und ich das Bild vor seinen Augen löschen würde. Als Antwort gab es dann "Man kann viel behaupten"! Auf solche Leute trifft man leider immer wieder. Am besten man fragt Vor dem Fotografieren nach. In Deinem Fall ist es das Recht des Wirtes Dir zu untersagen sein Bild zu fotografieren. Ich finde da nicht verwerfliches dran.

fxshot:
Wenn ich dann aber haufenweise Besucher sehe, die mit Apparillos jeder Größe vom Handy bis zur ausgewachsenen SLR wie wild rumblitzen, dann wundert mich das schon. Zumal ich auch schon einige Leute davon vor mir an der Kasse getroffen habe und die haben definitiv nicht mal ne Fotoerlaubnis erworben!

Ärgert es Dich nun, dass Du ne Erlaubnis gekauft hast, oder das anderen keine hatten? Mir persönlich ist in einer solchen Situation egal was andere machen. Ich muss für MICH verantworten was ich in einer solchen Situation tue. Ich hab im Urlaub auch keine Keas angefüttert, damit ich gute Fotos bekomme. Auch wenn alle anderen das gemacht haben. Dann habe ich halt nur Postkarten von diesen Tieren, dafür muss ich mich aber auch nicht sagen lassen, dass duch meine falsche Anfütterung ein tier zu schaden gekommen ist.

Harm-Diercks Gronewold
Redaktion digitalkamera.de

Antwort 2011-08-22 08:58 | IP-Adresse ist registriert

Liebe Leser und Diskussionsteilnehmer,

zunächst möchte ich mich für die rege Teilnahme an der Diskussion meines (bewußt mit einem provozierenden Titel versehenen) Themas bedanken. Nur ganz wenige Beiträge waren nicht zielfüh­rend (sondern einfach nur polemisch), allerdings ist die Diskussion an einigen Stellen doch ein wenig ausgeufert. Deshalb will ich (vor allem für mich selbst) in vielleicht etwas länglicher (und nicht ungewollt provokanter) Weise nochmals einige Aspekte zusammenfassen:

Rechtliche Aspekte:

Grundsätzlich kann ein Photograph zwei völlig unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen, nämlich einerseits die Erzeugung von Aufnahmen zu gewerblichen Zwecken und andererseits die Erzeu­gung von Aufnahmen zu rein privaten Zwecken, ungeachtet des Ortes, an dem diese Aufnahmen gemacht werden. Sollen Aufnahmen für gewerbliche Zwecke genutzt werden, so sind allgemein eine Reihe rechtli­cher Randbedingungen zu beachten (auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte). Für Museen/Sammlungen/Ausstellungen beispielsweise gibt es hierzu einen empfehlenden Beschluß der Kultus­ministerkonferenz vom 25.06.1992 „Grundsätze und Gebühren für das Photographieren in Muse­en/Sammlungen für gewerbliche Zwecke und für die Verwendung von Photos zur Reproduktion“.
Fazit: Sollen Aufnahmen für gewerbliche Zwecke genutzt werden, sollte man bereits im Vorfeld möglichst schriftlich mit der entsprechenden Institution Kontakt aufnehmen und die Rand- und Nutzungsbedingungen absprechen (und an­schließend über einen schriftlichen Vertrag ab­sichern). Anmerkung: Falls die Verwendung gemachter Aufnahmen für die eigene private Homepage im Internet geplant ist, ist man gut beraten, in gleicher Weise zu handeln, um ggf. nicht gegen rechtliche Bestimmungen zu verstoßen.

Werden Aufnahmen für rein private Zwecke genutzt, sind die rechtlichen Randbedingungen we­sentlich weniger stringent. Führend ist hier vor allem das Hausrecht (bzw. die Hausordnung) der betreffenden Instituti­on, in dem diese den Besuchern bestimmte Vorgaben machen kann und darf. Das Hausrecht bzw. die Hausordnung sind (auch zur Wahrung von Rechtansprüchen und versicherungstechnischen Gründen) an einen Besucher vor Besuchsantritt in geeigneter Weise zu kommunizieren.
Fazit: Als Besucher muß ich diese Regeln akzeptieren. Allerdings habe ich sowohl das Recht über die Aufklärung zu diesen Regeln vor Antritt eines Besuches, als auch das Recht, auf Grund der gemachten Vorgaben auf einen Besuch zu verzichten (von dem ich in Zukunft immer stärker Gebrauch ma­chen werden) und bezüglich dieser Vorgaben auch öffentlich meine Meinung zu äußern (hier gilt Gleiches).
Anmerkung: Wenn das Hausrecht in entsprechenden Regelungen die Anfertigung und Nutzung von Photographien für rein private Zwecke gestattet, kann ein Urheber (als Ersteller/Besitzer etc. eines ausgestellten Exponates) keine anderslautenden Rechte gegenüber dem Photographen geltend machen (entsprechende Ansprüche müßte er nämlich gegenüber der ausstellenden Institution als verantwortlichem Vertragspartner stellen).

Der Mythos der Schädigung von Exponaten:
Zu diesem Thema kursieren im Internet viele Ungereimtheiten und auch die Auskünfte von entsprechenden Institutionen entsprechen nicht immer unbedingt den Tatsachen.

Dazu seien die folgenden Betrachtungen gemacht:
Die Energieabgabe eines mobilen Blitzes beträgt zwischen ca. 40 Joule (integrierter Kamerablitz) und 160 Joule (Stabblitz; die Angaben wurden bei verschiedenen Herstellern verifiziert). Zwei 50 W-Lampen erzeugen pro Sekunde eine Energie von 100 Joule (1 Joule = 1 Watt x 1 Sekunde). Das Licht eines Blitzes weist eine Farbtemperatur von etwa 5.500 K, das Spektrum weist im Vergleich zu verschiedenen Lampen und erst recht zum Tageslicht deutlich geringere Anteile hochfrequenter energiereicher Stahlung (UVa- und Uvb-Strahlung) auf, die photochemische Reaktionen insbesondere an Farbstoffen und anderen organischen Materialien auslösen können. Anorganische Materialien (Gestein, Metalle, Metall-Legierungen etc.) sind gegenüber Strahlung deutlich resistenter. Photochemische Reaktionen laufen nun im allgemeinen nur solange ab, wie der Aktivator (also die Lichtquelle) aktiv ist (bei einem Standardblitz i.a. maximal 1/125 s bzw. 1/250 s; bei Tageslicht oder regelmäßiger Beleuchtung eben solange, wie die jeweilige Lichtquelle leuchtet). Darüber hinaus werden in Museen sehr lichtempfindliche (und ggf. geschädigte) Exponate in der Regel gar nicht oder nur hinter speziellen Glasscheiben (die hochfrequente Strahlungsanteile herausfiltern) ausgestellt.
Gerade bei wertvollen Gemälden ist ein solcher Schutz auch aus anderen Gründen (Schutz vor Vandalismus) nachvollziehbar. Nebenher hat ein solcher Schutz auch den (angenehmen und charmanten) „Vorteil“, daß damit ein „reflexfreies“ (und „vermarktbares“) Photographieren nahezu unmöglich gemacht wird.
Fazit: Ein Physiker faßt diese Erkenntnisse im Internet in sehr treffender Weise zusammen: „Die Belastung von Exponaten durch die übliche tägliche Anzahl von Photoblitzen ist geringer, als würde im Museum das Licht fünf Minuten länger brennen“. Ich als Naturwissenschaftler kann diese Behauptung sehr gut nachvollziehen. Nach wie vor besteht der beste Schutz für Exponate darin, sie im Dunklen aufzubewahren (leider kann sie dann niemand betrachten und vor allem dafür zahlen), die zweibeste Alternative besteht in der richtigen Auswahl geeigneter Beleuchtungs- und Ausstellungsmittel (Speziallampen und -schutzgläser; allerdings sind diese in der Anschaffung deutlich kostenintensiver als billige Halogenstrahler und einfaches Haushaltsglas, daher werden diese Ausgaben von den ausstellenden Institutionen in der Regel gescheut und dabei häufig wissentlich eine potentielle Schädigung in Kauf genommen).

Wirtschaftliche Aspekte:

Natürlich hat ein Photographierverbot (ob nun total oder partiell (Blitz, Stativ, Photolampe)) auch rein wirtschaftliche Aspekte. Die laufenden Kosten einer ausstellenden Instution (sehen wir einmal ab von den in der Regel deutlich höheren Kosten, die bei Sonderausstellungen anfallen) müssen getragen werden. Der Hauptteil dieser Kosten wird bei nicht-privaten Institutionen in der Regel durch die Gemeinschaft aller Bürger über die gezahlten Steuern getragen, weitere Anteile werden von Sponsoren und Fördervereinen getragen. Eingenommene Eintrittsgelder sowie der Verkauf von Postkarten, Bildbänden, Museumskatalogen und Souvenirs (die natürlich verkauft werden wollen) tragen ebenfalls zu einem mehr oder weniger großen Anteil zur Deckung der Kosten bei. Dies ist auch völlig legitim und absolut legal. Anscheinend haben aber scheinbar doch viele Museumsleitungen ein massives Problem, dies auch ehrlich und offen zu kommunizieren.
Da ich in der Tiefe meiner Seele ein sehr zynischer Mensch bin, will ich nun auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (beruhend auf unseren Erfahrungswerten der letzten zehn Jahre) für einen Museumsbesuch machen: hier fielen uns (berechnet für zwei Personen) die folgenden durchschnittlichen Kosten an: Eintrittsgelder: ca. 15 bis 20 Euro; Anfahrkosten (angenommener Fahrweg für eine Fahrt: 50 km): ca. 15 Euro; gekaufte Souvenirs: ca. 5 bis 10 Euro; üblicher Besuch des Museumscafes oder -restaurants: 10 bis 20 Euro; übliche Spende für den „Bettelbeutel“: 5 bis 10 Euro (ja, wir sind durchaus bereit, für eine schöne Ausstellung ein paar Euro zu spenden); macht alles in allem ca. 50 bis 75 Euro pro Besuch (und bei durchschnittlich fünf Besuchen pro Jahr ca. 250 bis 375 Euro). Beim Verzicht auf zukünftige Besuche in Institutionen mit eingeschränktem oder totalem Photographierverbot werden wir also jährlich ca. 125 bis 200 Euro (für Eintritt, Souvenirs und Bettelbeutel) einsparen können (das reicht in zwei bis drei Jahren für einen tollen neuen Blitz oder ein sehr gutes Stativ). Hinzu kommt noch der vermiedene Frust, wenn man erst vor-Ort auf die eingeschränkten Photographiermöglichkeiten hingewiesen wird.

Fazit: Wirtschaftliche Aspekte müssen selbstverständlich von den Institutionen berücksichtigt werden. Dies sollte meines Erachtens aber offen und ehrlich kommuniziert werden und dies gilt im Übrigen auch für entsprechende Limitierungen (schließlich steht über einen Internetauftritt entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung, ohne daß ich als potentieller Besucher erst mühsam um Auskunft bitten muß). Ich bin als Besucher ja durchaus und gerne bereit, einen entsprechenden Obolus für mein Photographiervergnügen zu bezahlen.

Der persönliche oder Belästigungsfaktor:

Viel diskutiert wurde der „Belästigungsfaktor“ durch Photographen. Dazu auch ein paar Anmerkungen: Meine Frau und ich besuchen entsprechende Institutionen, um uns interessierende Dinge zu sehen und zu photographieren, da in erster Linie die Photographie unser Hobby ist (weitere gern besuchte Orte sind zoologische und botanische Gärten, hier sind die Restriktionen normalerweise zur Zeit noch deutlich geringer bis nicht existent). Und wir wollen unsere eigene Sicht der Dinge dokumentieren, dabei ist vorgefertigtes Bildmaterial in Form von Postkarten, Bildbänden oder Museumskatalogen für uns weitgehend uninteressant (was den Erwerb eines gut gemachten Exemplars natürlich nicht ausschließt). Weiterhin fanden wir es bisher sehr anregend, die positive oder auch negative Entwicklung einer Institution anhand unserer eigenen Bilder zu verfolgen.

Die vielfach aufgeführten „Belästigungen“ können wir anhand unserer Erfahrungen der letzten Jahre kaum nachvollziehen, denn einerseits waren die Besucherzahlen immer recht moderat (und sind gefühlt in den letzten beiden Jahren nicht merklich gestiegen) und andererseits haben wir uns immer bemüht, andere Besucher weder zu behindern noch zu belästigen. Dazu gehörte auch stets die moderate Nutzung eines Blitzes und anderer Hilfsmittel und zwar vor allem dort, wo es aus phototechnischen Gründen nicht anders möglich war.
Das aktuelle Besucherverhalten hat sich aus unserer Sicht in den letzten beiden Jahren in negativer Weise gewandelt (ohne jetzt weder auf das Verhalten mancher Erziehungsberechtigter, die Museen und Ausstellungen mit Rummelplätzen für ihre Kids verwechseln, noch auf der ziemlich nervigen Handy-Nutzung herumzureiten (jedenfalls brülle ich nicht in einem Museum in meine Kamera, spiele damit keine Spiele und blitze damit auch nicht alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist)).

Fazit: Mit dem Kauf einer Eintrittskarte erwerbe ich das Recht, in einem Museum solange ein Exponat zu betrachten, wie ich es möchte (unabhängig davon, ob ich nun photographiere oder nicht). Und so lange wie ich warten muß, wenn andere mir die Sicht versperren, so lange müssen dann andere eben verdammt noch mal auch warten, bis ich mit meinen Betrachtungen und Aktivitäten fertig bin.

Zusammenfassend haben wir also beschlossen, Institutionen mit den genannten Reglementierungen zu meiden und dies sowohl im Bekanntenkreis wie auch öffentlich zu kommunizieren.
Einerseits hoffen wir nach wie vor, vielleicht doch das ein oder andere zu bewegen (die Hoffnung stirbt zuletzt) und andererseits wollen wir auch den Anfängen wehren:
zur Zeit schwappt halt die Photographierverbotswelle durch die Museen und wir stellen uns die Frage:
mit welchen Einschränkungen hat ein Hobbyphotograph (mit der Intention der rein privaten Nutzung) als nächstes zu rechnen?
Photographierverbot für öffentliche Gebäude, Denkmäler und Kunstgegenstände in frei zugänglichen öffentlichen Räumen?
Photographierverbot in Zoos und Tierparks??
Photographierverbot in Parks, botanischen Gärten und in Waldgebieten???
Photographierverbot für die Alpen, die Vogesen, die Pyrenäen, die Lüneburger Heide oder die Felsen auf Rügen, weil sie ja vielleicht durch zu intensives Blitzen geschädigt werden können????

Verbot der Anschaffung eines Photoapparates, da man damit ja die Absicht ankündigt, irgendwann mal irgendwas zu photographieren?????

In diesem Sinne gutes Licht auf allen Wegen

Leonardo

Top 500 Mitwirkender
Beiträge 156
Antwort 2011-08-22 15:50 | IP-Adresse ist registriert

kuhea:

Was mich in diesem Zusammenhang immer nur wundert, dass die Besitzer/Betreiber der Museen (und das gilt auch für Schösser, Höhlen usw.) noch nicht geschnallt haben, dass die Besucher mit Ihren (privaten) Fotos sehr effektive Werbeträger sind.

In der Regel kann man an den Kassen/Souvenirläden der Einrichtungen, Karten, Bücher u.ä. mit exzellenten Aufnahmen erwerben, welche dann beim Freundeskreis keinen Augenkrebs verursachen.

Zurück    Weiter
Seite 2 von 3 (44 Treffer) < Zurück 1 2 3 > Weiter | RSS