Eröffnung Leitz-Park Wetzlar, Mai 2014 – ein „Familien“-Wochenende

Was vor etwas mehr als 2 Jahren mit dem Spatenstich auf dem Gelände der ehemaligen Spilburg Kaserne in Wetzlar begann, wurde am vergangenen Wochenende mit vielen Gästen aus aller Welt eingeweiht. Ein neuer Firmencampus, der eine Fläche von ca. 15 ha umfasst und dem Investor Leitz-Park GmbH in Wetzlar gehört (eine Gesellschaft der ACM Projektentwicklung GmbH, Salzburg). Derzeit gibt es drei Nutzer auf diesem Gelände - Leica Camera AG - Viaoptic GmbH - Uwe Weller Feinwerktechnik GmbH. Das neue, repräsentative Firmengebäude der Leica Camera AG wurde vom Architekt Büro Gruber + Kleine-Kraneburg aus Frankfurt am Main entworfen.

An drei Tagen stand es der Öffentlichkeit mehr oder weniger offen und war sehr gut besucht - am Freitag waren ca. 2.500 geladene Gäste (Lieferanten, Kunden, Fotografen/innen, Politiker, Pressevertreter, u.v.m.) zu Gast; am Samstag war Tag der Offenen Tür im Leitz-Park. Er wurde auch von vielen ehemaligen Leitzianern und deren Familien genutzt. Der Sonntag war dann für die ca. 650 Leica Mitarbeiter/innen und deren Angehörige reserviert. Die Lokalpresse berichtete auch online unter mittelhessen.de ausführlich darüber (s. weiterführende Links).

Die Atmosphäre an diesen Tagen war wie bei einem Familientreffen - man kennt sich, man sieht sich, man tauscht sich aus - getreu dem Leica 100-Jahre Motto:

Als ich am Freitagmorgen ankam, stand am Eingang Thomas Maschke von photoscala und stopfte sich gerade eine neue Pfeife; kurz danach waren die Leica Fotografen Norbert Rosing und Nik Ut auf dem Weg zur Anmeldung. Und am Eingang des Fotostudios der Leica Akademie erklärte deren Leiter Udo Zell gerade dem berühmten Magnum Fotografen Thomas Höpker die Technik des Motorrad Prototyps, der dort als Kulisse für ein Foto aufgebaut war.

Das Festzelt gegenüber war voll und alle lauschten den Reden der Offiziellen (da immer nach ein paar Sätzen ins Englische übersetzt wurde, dauerte es entsprechend lange).

Mir ist in Erinnerung geblieben, dass der Vorstandsvorsitzende der ebenfalls in Wetzlar ansässigen Leica Microsystems darauf hinwies, dass die Rechte am Leica Logo bei ihnen liegen. Die Politiker waren mit dem Impuls für die Region, der durch die Rückkehr von Leica ausgeht, zufrieden und es gab Gastgeschenke - im hinteren Bereich waren für die Besucher Taschen mit reichlich Leica Infomaterial bereitgestellt (die Leica T vorne rechts auf dem Tresen gehörte leider nicht dazu!)

Nach dem offiziellen Teil gab es immer wieder die Gelegenheit mit den Leica Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen, z.B. mit Dr. Andreas Kaufmann, der es durch seine Investition von 2004 erst möglich gemacht hat, dass sich die Leica Camera AG so entwickeln konnte.

Die Besucher und Besucherinnen pendelten zwischen Festzelt und Firmengebäude und nutzen die Gelegenheit zum Posieren, Fotografieren, Diskutieren und (Sich-)Präsentieren.

Gegen 14.00 Uhr begann die 100-Jahre Auktion von Westlicht, Wien - das Los Nr.100 war das erste Set der speziellen Leica 100 Edition aus Edelstahl - eine digitale Leica Monochrom und eine analoge Leica M-A mit drei Summilux-Objektiven (28, 35 und 50mm Brennweite); das neu vorgestellte 28er soll auch separat verkauft werden. Angeblich ist eine schwarze Version schon in den Koffern enthalten, mit denen die Leica Vertreter derzeit unterwegs sind. Dieses Set wurde für 120.000 € (inkl. Aufgeld) versteigert; die übrigen Ergebnisse sind auf der Westlicht-Seite zu finden (s. weiterführende Links).

Ein zentraler Treffpunkt ist das Forum mit dem Cafe Leitz und dem Springbrunnen - gerade bei schönem Wetter ein toller Ort der Kommunikation.

 

Auf dem Weg vom Leitz-Park zur Abendveranstaltung in der Rittal-Arena in der Wetzlarer Innenstadt, sprach mich ein junger Chinese an, der auch den Zettel mit dem Einladungsticket in der Hand hatte und den Weg suchte. Da wir ein gemeinsames Ziel hatten, gingen wir den Rest der Strecke durch den Stadtpark und entlang der Lahn zusammen. Wir sprachen über Leica Kameras und deren große Nachfrage in China; auf meine Frage wie er denn zum Fotografieren gekommen ist, erzählte er mir, dass er mit 15 Jahren angefangen habe mit einer Digitalkamera zu arbeiten. Schon nach zwei Jahren sei er aber auf eine filmbasierte Kamera umgestiegen. Erst da fiel mir seine Leica M4-P mit 35er -Optik auf, die über seiner Schulter hing. Er sei von Leica eingeladen worden, seine Bilder „Lichtlyrik" im Rahmen der aktuellen 10x10 Ausstellung in der Leica Galerie zu zeigen. Ich hatte den Oskar-Barnack Newcomer Preisträger von 2011 Jing Huang (Jahrgang 1987) getroffen und ihn ein Stück begleiten können.

(Foto: Leica Galerie, Wetzlar)

„Selfies" gibt es von dieser Begegnung nicht, aber das Zusammentreffen mit ihm bleibt mir auch so in dauerhafter Erinnerung und ich habe mich gefreut, als ich ihn später auf der Bühne bei der Vorstellung durch Karin Rehn-Kaufmann nochmals sah.


(Foto: K. Weber - www.mittelhesen.de)

Am Samstag war der Andrang riesengroß, denn viele waren der Einladung zum Tag der Offenen Tür nach Wetzlar gefolgt.

Beim Rundgang durch das Gebäude wurde man kompetent geführt und immer wieder gab es Stationen, an denen junge und engagierte Leica Mitarbeiter z.B. das Schleifen von asphärischen Linsen erläuterten. An vielen Stellen gibt es Einblicke in die Büros oder Fertigung - und einen langen Gang mit vielen, vielen Sammlerstücken aus dem Museum. Die Vitrinen laden zum Verweilen und Fachsimpeln mit Sammlerkollegen ein.

Dort entdeckte ich auch diese Monochrom in silber aus der Leitzpark Edition mit einer Zusatzgravur: „Leica kehrt heim│Mai 2014" - sie bleibt wahrscheinlich ein Einzelstück.

Auch die Bereiche Personalmanagement und Customer Care hatten Informationsstände aufgebaut und berichteten über ihre Aktivitäten. Ich hatte Glück, dass ein Mitarbeiter anwesend war, der sich mit den analogen Spiegelreflexkameras auskennt und bei meiner Leicaflex SL2 von 1974 die defekte Achse der Rückspulkurbel auswechselte - kostenloser Kundenservice vom Feinsten!

Es waren die vielen spontanen Begegnungen mit Mitgliedern der Leica-„Familie", aber auch die besinnlichen Momente beim Betrachten der Fotografien, die für mich diese zwei Tage zu dem gemacht haben, was in den Festreden mehrfach erwähnt wurde - ein historisches Ereignis in der 100-jährigen Leica-Geschichte.

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben: Harald Schwarzer, Köln mit Ricoh GR oder Epson R-D1 und Summicron 2,0/50mm

 

Weiterführende Links:

http://www.mittelhessen.de/lokales/serie/100-jahre-leica_artikel,-Konzentration-auf-das-Wesentliche-_arid,282223.html

http://www.mittelhessen.de/lokales/serie/100-jahre-leica_artikel,-Leitz-Park-fasziniert-tausende-Besucher-_arid,282220.html

http://www.westlicht-auction.com

http://blog.leica-camera.com/photographers/interviews/jing-huang-leica-oskar-barnack-newcomer-award-winner-2011/

 

 


Eingetragen 2014-05-27 20:48 von Harald Schwarzer  

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