Sony NEX-7 mit Canon FD-Objektiven – Bildeffekte und Fazit

Das Trinavi Bedienkonzept erlaubt ohne langes Suchen im Menü den direkten Zugriff auf die JPEG „Spielereien" - will sagen: durch Drücken der Navigationstaste werden die Eintellungen des Kreativmodus aktiviert und per Steuerrad ist der Zugriff auf die Bildeffekte möglich. Anders als bei der nachträglichen Bildbearbeitung kann der Fotograf vor Ort entscheiden und ausprobieren, welcher Modus notwendig ist, um die gewünschte Bildwirkung zu erreichen.

Die beiden folgenden Bilder entstanden vom gleichen Standort des Aussichtspunktes der Bad Uracher Burgruine - während mit dem 24er Weitwinkel an der NEX-7 (entspricht KB-äquivalent 35 mm Brennweite) eine Übersichtsaufnahme des umliegenden Tals möglich ist, zeigt das 135er Tele (= 200 mm KB) nur einen Ausschnitt des Herbstwaldes. Im ersten Fall ist der Bildeffekt HCBW = High Contrast Black&White eingestellt und die Struktur von Wald und Wiese wird deutlich; das hellgrüne Laub im Vordergrund wird weiß dargestellt, fast wie bei einem Infrarot-Film. Die Teleaufnahme in der Einstellung POP verstärkt die Herbstfarben der Laubbäume deutlich. Diesen Effekt sollte man nicht zu oft einsetzen, denn es kann schnell recht „kitschig" wirken. 

Das HCBW war in diesem Urlaub eine meiner am häufigsten gewählten Einstellungen und hat mit allen FD-Objektiven gut harmoniert.

Schloss Sigmaringen - Sony NEX-7 mit FD 2,8/24 mm - ISO 100

Gipfelkreuz am Wackerstein (825 m) im Donauengtal - Sony NEX-7 mit FD 1,8/50 mm - ISO 100

Schwarz-Weiß und doch farbig werden die Bilder mit dem Bildeffekt PART - optional kann man drei Teilfarben auswählen (rot, gelb oder grün). Die Bildwirkung ist nicht direkt vorhersehbar und man muss ein bisschen ausprobieren, bis der richtige Standpunkt gefunden ist, d.h. bei der nachfolgenden Aufnahme, bis die Kanus im Vordergrund vollständig rot waren.

Kanuverleih in Hausen - Sony NEX-7 mit FD 1,8/50 mm - ISO 100

Auch der Miniatureffekt ist nicht für jedes Motiv geeignet - am besten sind ein erhöhter Standpunkt und die Verwendung einer langen Brennweite (hier das 135er Tele). Der scharfe Bereich lässt sich in den Optionen auswählen (horizontal, vertikal, mittig, rechts oder links); gleichzeitig werden auch die Farben verstärkt.

Blick auf den Ort Weiler bei Blaubeuren - Sony NEX-7 mit FD 3,5/135 mm - ISO 100 

Persönliches Fazit:

Mit etwas Wehmut habe ich die Sony NEX-7 an meinen Freund zurückgegeben, denn die Handlichkeit und die Bedienung der Kamera haben mir gut gefallen; auch die Kombination mit den drei Canon FD-Objektiven ist gewichtsmäßig ausgewogen. Das manuelle Scharfstellen ist gewöhnungsbedürftig und dauert länger als z.B. mit einem Fokusindikator in einer DSLR - die Vergrößerung mit der Focuslupe ist sowohl im Sucher als auch auf dem Display sehr genau und präzise. Die Bildqualität ist auch bei hohen ISO Zahlen für meine Zwecke vollkommen ausreichend und der 24 MP Sensor kann mit den passenden Optiken sicherlich viel mehr, als ich gezeigt habe. Die zahlreich angebotenen Kreativeffekte ermuntern zum Experimentieren vor Ort. 

Würde ich die Sony kaufen?

Wohl eher nicht - denn zum einen steht ein Nachfolgemodell in den Startlöchern und zum anderen müsste ich einen kompletten Systemwechsel vollziehen. Ich habe vor einiger Zeit in FT und mFT Kameras und Objektive investiert und die Anschaffung einer Lumix L1, L10 und der kompakteren G1 nicht bereut. Der elektronische Sucher der G1 ist ähnlich detailreich wie bei der NEX-7; das rückseitige LC-Display der L10 und G1 ist ebenfalls klappbar und kann - anders als bei der Sony Kamera - mit der Displayfläche zum Gehäuse gedreht werden und ist dann entsprechend geschützt. 


Eingetragen 2014-01-01 20:36 von Harald Schwarzer  

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