Sony NEX-7 mit Canon FD-Objektiven – Technik und Handhabung

Ein Freund hatte mir für den Herbsturlaub seine Sony NEX-7 ausgeliehen und ich habe die Gelegenheit genutzt, sie mit verschiedenen Canon FD-Objektiven zu verwenden. Denn wie immer in letzter Zeit fotografiere ich im Urlaub gerne „zweigleisig", d.h. analog wie digital. Mit dabei waren diesmal eine Canon AE-1, die besagte Sony NEX-7 und folgende drei Fest-Brennweiten: 2,8/24 mm; 1,8/50 mm und 3,5/135mm - alle in der letzten Ausführung mit Kunststofffassung und ohne Chromring. Sie werden auch FDn genannt (s. weiterführende Links) und verlängern ihre Brennweite wegen des APS-C Sensors in der spiegellosen Sony Kamera um den Faktor 1,5.

Zum Anschluss wird noch ein entsprechender Adapter benötigt - er ist mehr als nur eine mechanische Verbindung, denn ein zusätzlicher Ring betätigt einen inneren Stift, der den Blendenhebel steuert. Das muss bei jedem Objektivwechsel geschehen und ist gewöhnungsbedürftig. Die AE-1 ist ja eine Kamera mit Blendenautomatik und im abgenommenen Zustand steht die Blende des Objektivs in der 5,6-Position und öffnet sich erst beim Ansetzen an die Kamera. Diesen Vorgang muss man an dem FD-NEX Adapter manuell simulieren.   

Vor dem Ansetzen des Objektivs muss der Adapterring in Pfeilrichtung nach „OPEN" gedreht werden; verwirrend ist dabei, dass nun die Bezeichnung „LOCK" dem roten Markierungspunkt gegenübersteht. Der innere Stift ist jetzt ohne Funktion und das FD-Objektiv kann wie gewohnt angesetzt  und durch eine Vierteldrehung um Uhrzeigersinn verriegelt werden. Danach muss der Adapterring auf „LOCK" gestellt werden - erst jetzt berührt der innere Stift den Blendenmitnehmer und schließt diese in Abhängigkeit von der Einstellung am Blendenring.

Mir ist am Anfang öfters passiert, dass ich vergessen habe, den Ring auf „LOCK" zu stellen - dann bleibt die Blende offen, obwohl man mit dem Blendenring abblendet.

Die Belichtungssteuerung der Sony NEX-7 arbeitet mit den Canon Objektiven im Zeitautomatik-Modus; auch die DRO Funktion und Auto-ISO Funktion können uneingeschränkt genutzt werden. Da keine Kommunikation zwischen Kamera und Optik stattfindet, hatte ich die automatischen Objektivkorrekturen (Schattierung, Farbabweichung, Verzerrung) im Menü ausgeschaltet. Auch ohne ausführliches Studium der Anleitung kam ich mit der Bedienung der Sony Digitalkamera schnell zurecht - das Einstellen mit den drei Drehräder ist intuitiv und funktioniert auch bei ans Auge angesetzter Kamera problemlos - alle Räder und Tasten liegen in Reichweite.

Vielfach wird an den NEX Kameras das unausgewogene Verhältnis von Kameragehäuse und Objektiv kritisiert - die kompakten und leichtgewichtigen Canon FDn-Optiken passen allerdings perfekt dazu.

Etwas mehr als zwei Wochen im Oktober haben meine Frau und ich in der Schwäbischen Alb verbracht und viele Wandertouren unternommen. Wir können bestätigen was der Reiseführer schreibt: „Das Donaubergland von Lemberg bis Beuron begeistert mit seinen Wanderwegen zu Schlössern und Burgruinen, zu Tropfsteinhöhlen und Wasserfällen oder entlang sprudelnder Wildbäche zu Aussichtsfelsen." Danach waren wir eine weitere Woche in der Ostalb unterwegs und haben die Gegend rund um Bad Urach erwandert. Ausflüge nach Reutlingen, Sigmaringen und Tübingen rundeten unser Besuchsprogramm ab.

Ein paar Eindrücke zeigen die nachfolgenden Bilder - digital aufgenommen als JPEG in höchster Auflösung (Dateigröße 8-10 MB) und analog auf Fuji 400 ASA Farbnegativfilm. Für die Internetdarstellung wurden die JPEGs komprimiert; die Farbabzüge wurden eingescannt und ebenfalls komprimiert. Wenn nicht anders angegeben, entstanden die digitalen Aufnahmen mit automatischem Weißabgleich und in der Regel bei Blende 5,6 oder 8. 

Blick auf Burg Wildenstein - Canon AE-1 mit FD 2,8/24 mm - ISO 400

Neckarpartie bei Tübingen - Sony NEX-7 mit FD 3,5/135 mm - ISO 400

Etwas abseits von der Wanderroute liegt der Landy Point in Neidingen - ein großer Händler und Reparaturbetrieb für Landrover Fahrzeuge. Wer mehr über das frühe Auslieferungsfahrzeug dieser englischen Kultmarke wissen will, sollte auf den weiterführenden Link klicken.

Frühes Landrover Auslieferungsfahrzeug - Canon AE-1 mit FD 1,8/50 mm - ISO 400

Kirchenbank in der Marienkirche in Reutlingen - Sony NEX-7 mit FD 1,8/50 mm - ISO 6400 (Blende 1,8)

Blick vom Lenzenfelsen bei Thiergarten - Canon AE-1 mit FD 2,8/24 mm - ISO 400

Turm der alten Stadtbefestigung in Bad Urach - Sony NEX-7 mit FD 1,8/50 mm - ISO 100 (EV +0,7)

Im nächsten Teil werde ich über meine Erfahrungen mit dem elektronischen Sucher und dem Focus-Peaking berichten.

 

Weiterführende Links:

http://szene.digitalkamera.de/blogs/rueckblende/archive/2011/08/02/die-f-252-nfziger-von-canon-entwicklungsgeschichte-eines-normalobjektivs-teil-2.aspx

http://nex7canon.blogspot.de/2012/05/canon-fd-50-mm-f14-vs-sony-18-55-kit.html

http://www.landy-point.de/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Eingetragen 2013-12-08 17:44 von Harald Schwarzer  

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