Olympus Entwickler Yoshihisa Maitani verstorben

Der japanische Kameraentwickler Yoshihisa Maitani ist am 30.7.2009 im Alter von 76 Jahren verstorben. Er wurde 1933 als dritter Sohn eines Reisweinproduzenten in Onohara Town geboren und hatte schon immer eine Leidenschaft für die Fotografie. Seine damalige Traumkamera war eine Leica IIIc. Nach seinem Ingenieurstudium stieg er 1956 bei Olympus ein und bekam bereits nach zwei Jahren den Auftrag, eine preiswerte Kamera zu entwickeln – 6.000 Yen war der anvisierte Verkaufspreis. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man bedenkt, dass der damalige Durchschnittspreis einer Kleinbildkamera etwa 23.000 Yen betrug oder anders ausgedrückt ein dreifaches Monatseinkommen. Um die Kosten zu senken, wählte Maitani das 18x24 mm Halbformat und verzichtete auf den Schnellschalthebel – ein rückseitiges Reibrad besorgte den Filmtransport. Keine Kompromisse machte er jedoch bei der optischen Qualität und so bestand er auf den Einbau eines vierlinsigen Tessar-Typs. Als PEN erorberte diese Kamera ab 1959 den Weltmarkt und wurde mit insgesamt 17 Millionen verkauften Kameras zu einer der beliebtesten und erfolgreichsten Kamera Serien ihrer Zeit.

Foto: Olympus

Viele weitere erfolgreiche Entwicklungen von Olympus in den darauf folgenden Jahrzehnten sind unter seiner Federführung entstanden. OM-1 und XA sind sicherlich Meilensteine in der Kamerageschichte und haben auch die Designer anderer Hersteller beeinflusst.

In den 70er Jahren beschleunigte sich die Entwicklung der Fotografie. Bedingt durch den technischen Fortschritt wurden Spiegelreflexkameras auch einer breiteren Masse zugänglich. Ursprünglich Maitani 1 oder M-1 genannt, sorgte 1972 das erste Modell einer neuen überaus kompakten Kamera für enormes Aufsehen im Markt, so dass Leica schließlich Olympus bat, den Namen zu ändern. Sie wurde dann 1973 unter dem Namen OM-1 als weltweit kleinste und leichteste 35 mm SLR bekannt. 1975 gesellte sich die OM-2 hinzu. Sie hat eine Zeitautomatik, die im Langzeitbereich die Belichtungszeit während der Belichtung misst und dynamisch verändern kann (ADM = autodynamische Messsteuerung).

Foto: Olympus

Mit der XA startete 1979 eine ganze Serie von Kleinbildkameras in neuem und revolutionärem Design. Es war die erste Kamera, die keine Kamera(schutz)tasche benötigte und ihr eigenes Hardcase sozusagen selbst mitbrachte. Wenn der Objektivschutzschieber geschlossen wurde, war die Kamera staubdicht verschlossen und konnte dann z.B. in der Jackentasche transportiert werden. Die sechslinsige Optik mit 35 mm Brennweite zeichnet sich durch sehr gute optische Leistungen aus. Durch den sehr erschütterungsarm ablaufenden Verschluss der XA sowie einen leichtgängigen Auslöser aus leitfähigem Polymer sind - bei ruhiger Hand - durchaus Verschlusszeiten von einer 1/30 oder gar 1/15 Sekunde meistens kein Problem und reichen noch für unverwackelte Bilder.

Foto: Olympus

Die Bilder der o.g. Kameras stammen von der Olympus "Camera Wallpaper Liberary" - die Autoren stellen dort Monat für Monat neue Anzeigenmotive ein, die man nach Kameraserien (analog und digital) sortieren und sich z.B. als Bildschirmschoner herunterladen kann. Und die Autoren sind immer für Überraschungen gut. So habe ich vor kurzem zum ersten Mal von einem MDN Prototyp erfahren, der 1969 von Maitani entwickelt wurde. Das Modell für 35 mm Film und OM-Zuiko Objektive sieht aus wie die würfelförmige Rolleiflex SL 2000F bzw. 3003.

Foto: Olympus

Mehr Informationen zu Maitani und seinen Kameras in Deutsch und Englisch sind unter den weiterführenden Links zu finden:

http://www.fotointern.ch/archiv/2009/08/03/olympus-designer-yoshihisa-maitani-verstorben/

http://www.biofos.com/tribute.html

http://www.world-of-pen.com/

http://www.geocities.com/maitani_fan/home.html

http://www.olympus-global.com/en/fun/wallpaper/camera/index.cfm


Eingetragen 2009-08-26 10:23 von Harald Schwarzer
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