Der Oldie unter den Speicherkarten ....

... ist sicherlich Compact-Flash (abgekürzt CF). Es gibt sie seit 1994 und sie basiert auf dem legendären Patent „987" von SunDisk. Die Erfinder Dr. Eli Harari, Sanjay Mehrotra und Robert Norman sind auch die Gründungsmitglieder des zuvor genannten Unternehmens, das 1990 den ersten 4 MBit Flash-Speicher herstellte. Zwei Jahre später betrug der Umsatz schon 22 Mio. USD und 1995 änderte man den Namen in SanDisk und ging an die Börse. Kurz darauf zog man mit den inzwischen 250 Mitarbeitern nach Sunnyvale in Kalifornien. Heute beschäftigt der Weltmarktführer bei digitalen Datenspeichern mehr als 3000 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz von ca. 4 Mrd. USD.

Weitere Meilensteine in der Unternehmensgeschichte waren die Auslieferung der 1-millionsten CF-Speicherkarte im Jahr 1997 und die Vorstellung der 128 MBit Version ein Jahr später. Zur tatsächlichen Speicherkapazität gibt es eine sehr interessante Berechnung von Yvan Boeres auf digitalkamera.de (s. weiterführende Links)

Von 2 MB zu 2 GB in 10 Jahren (Foto: Harald Schwarzer)

Gelb wie der Film - CF Karte von Kodak (Foto: Harald Schwarzer)

Auch wenn's nicht drauf steht - alles von SanDisk (Foto: Harald Schwarzer)

Bauformen

CF Typ I    43 x 36 x 3,3 mm

CF Typ II   43 x 36 x 5,0 mm

Da sich die beiden Typen lediglich in der Dicke unterscheiden, funktionieren Typ I-Karten auch in einem Typ II-Einschub. Während die äußere Form seit fast 15 Jahren unverändert blieb, wurden die technischen Standards an fortschreitende Kapazitäten und Bandbreiten angepasst. Die Version 1.0 (1994) der Compact-Flash Spezifikation sieht theoretisch 8,3 MByte / sec (PIO Mode 2) an Übertragungsrate vor. 2003 erlaubte dann die Version 2.0 eine Transferrate von 16,6 MByte / sec (PIO Mode 4) - die mögliche Kapazität betrug 128 GByte. Die Zugriffsrate wurde durch die Integration von DMA bei den CF-Karten 2.0 ab Mitte 2004 stark erhöht. Weitere Verbesserungen brachten die Versionen 3.0 (2004) und 4.0 (2006) mit UDMA Zugriff und einer Transferrate von 66 MByte / sec bzw. 133 MByte / sec. Speicherkarten nach diesen Versionen können durch ein Passwort geschützt werden. Die Standards sind auf- und abwärtskompatibel.

Eine Liste mit über 360 Digitalkameras gibt es auf der Webseite der CF Standard Association (s. weiterführende Links); eine Fundgrube für den Kamerasammler, denn es sind viele ältere Modelle dabei. Casio war einer der ersten Hersteller, der ein Modell mit Wechselspeicher auf den Markt brachte - QV700 von 1997 mit VGA Auflösung. Zum Lieferumfang gehörte lediglich eine 2 MB Compact-Flash Speicherkarte; mehr gab es nur für einen hohen Aufpreis. Überhaupt waren die Anbieter anfänglich sehr geizig mit den serienmäßigen Wechselspeichern. Selbst 2003 gehörte lediglich eine 16 MB Karte zur Standardausstattung einer Canon Powershot A60.

Weiterführende Links:

http://www.compactflash.org/dc.htm

http://www.digitalkamera.de/Meldung/Unterschiedliche_Kapazitaeten_bei_CompactFlash_Karten_gleicher_Speichergroesse/288.aspx


Eingetragen 2008-12-03 15:13 von Harald Schwarzer  

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Kommentare

Yvan Boeres schrieb re: Der Oldie unter den Speicherkarten ....
auf 2008-12-03 17:41

Waren die Hersteller anfänglich sehr geizig mit den serienmäßigen Wechselspeichern, sind sie es heutzutage noch viel mehr! Kaum noch einer Digitalkamera (egal ob Kompaktkamera, Bridge oder DSLR) liegt noch eine Speicherkarte serienmässig bei. Einige Kompaktmodelle verfügen da über eingebauten Speicher, aber die sind wohl eher die Ausnahme zur Regel. Eins sollte man aber dazu anmerken: Bei analogen Kameras war auch seltenst ein Film im Lieferumfang enthalten...

jbergmann schrieb re: Der Oldie unter den Speicherkarten ....
auf 2008-12-12 20:38

Wie sich die Zeiten wandeln: Inzwischen lasse ich meine Fotos (RAWs) einfach auf einer

16GB CF stehen. Bei Bedarf wird eine neue gekauft. Mein Phenom-PC hat eine 32GB SSD-(SLC)-Festplatte, und das Datenbackup mache ich ebenfalls auf eine 16GB CF. Die History meines eigenen Projektes steht seit dem Desaster mit ZIP-Disketten (Click of Death) auf einer 128MB-CF. All das nimmt im Feuerschutztresor viel weniger Platz in Anspruch als die Schachtel mit CDs. Der Vorteil von CF gegenüber den üblicheren USB-Sticks: Kompakter und im allgemeinen schneller.